Be cool and relax!5 TIPPS, WIE DU BABYFREUNDLICHER MIT STRESS IN DEINER SCHWANGERSCHAFT UMGEHEN KANNST

Manchmal laufen die Dinge ganz anders als geplant. Anstatt die Zeit der Schwangerschaft ruhig und gelassen genießen zu können, sind da Ängste und Sorgen. Und als wäre das nicht schon genug, muss frau sich auch noch um Babys Wohlergehen Sorgen machen. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass Stress und Ängste für ungeborene Babys nicht gut sind und ihre Entwicklung beeinträchtigen können. Zumindest, wenn die Belastungen längere Zeit anhalten. Aber was tun? Schließlich lässt sich Kummer nicht einfach wegradieren.

Stress und Schuldgefühle

Das Baby im Bauch vor allen Belastungen schützen zu wollen, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen, denn es gibt immer mal wieder Situationen, die uns stressen, ärgern oder verunsichern. Diese machen auch vor einer Schwangeren nicht halt. Deshalb Tipp 1: Fühle dich nicht schuldig gegenüber deinem Ungeborenen und mache dir nicht noch mehr Druck, wenn es dir nicht gut geht, denn du wirst es nicht gänzlich verhindern können, dass dir während der Schwangerschaft belastende Situationen begegnen.

Der natürliche Schutz

Die Frage ist, was du tun kannst, wenn das passiert. Zunächst sollst du wissen, dass dein Körper über einige Schutzmechanismen für das Baby verfügt. Daher schadet ihm gelegentlicher Stress ganz und gar nicht. Im Gegenteil, Studien zeigen, dass sich gelegentlicher kurzer Stress sogar günstig auf Babys Entwicklung auszuwirken scheint und es gut auf das Leben nach der Geburt vorbereitet. Und wir wissen ja alle, dass dies nicht frei von Unannehmlichkeiten ist. So darfst du dir Tipp 2 merken: Bei gelegentlichem Stress musst du dir keine Sorgen machen.

Das soziale Gehirn

Bei anhaltendem Stress oder Ängsten ist das anders. Hier kann es zu negativen Auswirkungen auf Babys Entwicklung kommen. Doch sich vor Scham aus dem Kontakt mit dem Baby zurückzuziehen, um ihm nicht noch mehr zu schaden, wäre jetzt der falsche Weg. Denn das Baby braucht dich (sowie seinen Papa und gegebenenfalls seine Geschwister) als soziales Umfeld, um sein soziales Gehirn entwickeln zu können!

Vielleicht fragst du dich nun, wie das gehen soll, weil das Gehirn vor der Geburt noch gar nicht richtig funktioniert. Tatsache ist aber, dass sich gerade die Hirnanteile, die für die gefühlsmäßigen Aspekte des sozialen Miteinanders gebraucht werden, schon sehr früh in der Schwangerschaft entwickeln und zum Teil sogar schon lange vor der Geburt gut ausgereift sind. Nur der Teil des Gehirns, den wir zum Analysieren, Strukturieren und Planen brauchen, das Großhirn, ist bei der Geburt noch sehr unreif.

Das bedeutet, dass das Gehirn des Babys schon früh von sozialen Erfahrungen geprägt werden kann. Das ist deine Chance, deinem Baby gute Erfahrungen mit auf seinen Weg zu geben.

Gefühlen begegnen

Du fragst dich, was du tun kannst, damit sich dein Baby trotz deiner Ängste und Sorgen in deinem Bauch geborgen und sicher fühlt? Da frage ich dich: Wie würdest du dir wünschen, dass dein Partner sich dir gegenüber verhält, wenn er Kummer hat? Würdest du dich gut fühlen, wenn er es alleine mit sich ausmacht? Oder besser, wenn er dir erzählt was ihm widerfahren ist, warum er sich ärgert oder worüber er sich Gedanken macht? Und wie wäre es, wenn er dir noch sagt, dass seine negativen Gefühle nichts, aber auch rein gar nichts mit dir zu tun haben? Du merkst sicher den Unterschied. Damit kannst du dir Tipp 3 merken: Sage deinem Baby, dass es spürt, dass du dich ärgerst/dass du traurig bist/dass du dir Sorgen machst und erzähle ihm alles über die Gründe für deine unangenehmen Gefühle.

Mein Stress soll nicht dein Stress sein

Warum ist es sinnvoll, wenn du dich auf diese Weise mit deinen unangenehmen Gefühlen auseinandersetzt? Erstens wird es dir leichter fallen mit deinem Ärger, deiner Angst oder deinen Sorgen konstruktiv umzugehen, wenn du herausfindest, was genau die Ursache für deinen Kummer ist und warum es für dich so wichtig ist, dass die Situation anders sein soll als sie ist. Zweitens veränderst du mit der Klärung deiner Gefühle auch die Signale deines Körpers und damit die Signale, die über deinen Körper zum Baby gelangen. Ungeborene und auch kleine Kinder sind sehr sensibel für Stimmungen. Und sie sind noch nicht in der Lage zwischen sich selbst und -ihrer Mutter zu unterscheiden. Damit dein Baby deine Gefühle nicht zu seinen eigenen macht, kannst du mit Tipp 4 einen Beitrag leisten: Sage deinem Baby, dass die Gefühlssignale, die es von dir mitbekommt, nichts mit ihm zu tun haben, sondern deine sind und nur zu dir gehören.

Du bist klein, ich bin groß

Seit ich vor 12 Jahren begonnen habe die vorgeburtliche Bindungsförderung anzubieten, kann ich (und die werdenden Mütter) immer wieder beobachten, dass ungeborene Babys die Tendenz haben, der Mama helfen zu wollen, wenn es ihr nicht gutgeht. Dies können wir übrigens auch bei kleinen Kindern beobachten. Eigentlich hat die Natur dies klug eingerichtet, denn Kinder sorgen auf diese Weise auch für ihr eigenes Überleben, weil sie noch vom Wohl ihrer Mutter/Eltern abhängig sind. Damit dein Baby erst gar nicht in diese Verantwortung gerät, hier Tipp 5: Sage deinem Baby, dass es zwar deinen Kummer spürt, du aber die Mama bist und groß genug, um dich selbst um dich zu kümmern. Es soll es sich gutgehen lassen und sich alles nehmen, was es braucht, um zu wachsen und zu gedeihen. Auch wenn es dir einmal nicht so gut geht.

Vielleicht findest du es sehr befremdlich, mit deinem Baby im Bauch zu kommunizieren. Vielleicht findest du es noch befremdlicher, mit ihm über deine Gefühle zu sprechen. Doch es ist egal, ob du mit deinem Baby sprichst oder nicht, deine Gefühle kommen bei deinem Baby an. Denn dein Körper gibt mit seinen feinen Signalen sehr genau Auskunft darüber, wie du dich fühlst. Lass dich dadurch nicht verunsichern! Im Gegenteil, nutze diese Verbindung zwischen dir und deinem Baby, denn sie gibt dir die Möglichkeit, positiv Einfluss darauf zu nehmen, was bei ihm ankommt. Und das ist doch eine tolle Gabe, die man unbedingt nutzen sollte, oder?

Autorin: Sabine Schlotz