FarbenfreudeFarbberatung als Wegweiser

Frühlingsbeginn. Im Garten strecken die ersten Blumen zaghaft ihre Köpfe in die wärmende Sonne. Sie leuchten in fröhlichem Gelb, zartem Violett, kräftigem Rot. Wir sehen sie an und freuen uns, dass wir nach einem langen, grauen Winter endlich wieder Farbe sehen.

Farben gehören zu unserem Leben

Wir sind täglich von Farben umgeben, sie gehören untrennbar zu unserem Leben. So selbstverständlich, dass wir vergessen, sie aufmerksam wahrzunehmen. Dabei beeinflussen Farben unser Leben weit mehr, als uns bewusst ist. Die Wirkung der Farben berührt unser Inneres genauso wie unser Äußeres. Eine bestimmte Farbe kann uns fröhlich oder traurig stimmen, manche Farben bringen unsere Schönheit und Persönlichkeit besser zur Geltung als andere. Wie aber lernen wir unsere persönlichen Farben kennen? Eine gute Möglichkeit bietet die professionelle Farbberatung.

Die Entstehung der Farbberatung

Was haben der Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der Maler Johannes Itten (1888-1967), die Künstlerin Suzanne Caygill (1911-1994) und die Psychologin Carol Jackson gemeinsam? Sie alle waren fasziniert von der Kraft der Farben und beschäftigten sich eingehend mit ihrer Wirkung.

Goethes Farbenlehre – die er als sein eigentliches Lebenswerk sah – bildet eine der Grundlagen für die Studien von Johannes Itten, Meister am Bauhaus in Weimar. Im Rahmen seiner Farbstudien fand Itten experimentell heraus, dass jeder seiner Schüler ein eigenes Empfinden für Farbharmonien hatte. Itten konnte die von den Schülern gemalten Harmonien der Farbgebung ihrer Gesichter zuordnen. Ittens wissenschaftlicher Farbkreis bildet die Grundlage für die heutige Farbberatung. Die Verbindung von Farbe und Persönlichkeit nannte Itten „subjektive Farben“. Er stellte fest, dass sich jeder Mensch intuitiv von „seinen“ Farben angesprochen fühlt.

Suzanne Caygill mischte – aufbauend auf Ittens Lehre – auf ihrer Palette Acrylfarben, bis sie die Augen- und Haarfarbe ihrer Kunden genau getroffen hatte. Auf dieser Basis stellte sie die passenden Farben zusammen und malte für den Kunden eine persönliche Farbkarte, die ihm bei der Auswahl der Bekleidung helfen sollte. Sie stellte außerdem fest, dass die Körpersprache unter den einzelnen Farbtypen verschieden war.

Carole Jackson vereinfachte in den 1970ern Jahren Suzanne Caygills aufwändige Methode, und war Mitbegründerin von „Color me beautiful“. Die verbesserte Drucktechnik erlaubte es ihr, die bisher individuell erstellten Farbkarten zu standardisieren und fertig herstellen zu lassen. Ihre Einteilung der Farbtypen in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter war in den 1980ern Jahren sehr populär und wurde inzwischen um die verschiedenen Mischtypen erweitert.

Wie die Farbanalyse funktioniert

Farben sind Lichtwellen und im Zusammenspiel von Licht und Schatten reflektiert die Haut bestimmte Farben je nach Hautunterton ganz unterschiedlich. Dies hat zur Folge, dass die richtigen Farben uns wach, gesund und frisch aussehen lassen, wohingegen wir in ungünstigen Farben müde oder sogar krank aussehen können. Positive und negative Merkmale im Gesicht können durch die Wahl der Farbe unterstrichen oder kaschiert werden.

Der Farbtyp eines Menschen ergibt sich nach seiner persönlichen Farbgebung. Wir unterscheiden vier grundsätzliche Farbtypen: Frühlings- und Herbsttypen haben einen gelblich warmen Unterton, Sommer- und Wintertypen weisen einen bläulich kalten Unterton auf. Die Einteilung nach den vier Jahreszeiten bildet die Grundlage der Farbberatung. Die Methode, welche Mischtypen berücksichtigt, ist inzwischen gebräuchlicher.

Was bei der Farbberatung geschieht

Um eine kompetente Beratung durchführen zu können, wird die Beraterin mit der Kundin ein eingehendes Gespräch führen. Das Kennenlernen der Kundin ist besonders wichtig, da Merkmale in der Körpersprache und der Persönlichkeit erste Hinweise auf den Farbtyp geben können. Die Vorliebe für oder Abneigung gegen eine bestimmte Farbe oder Farbgruppe kann der Beraterin Hinweise auf die Befindlichkeit der Kundin geben.

Die eigentliche Farbanalyse erfolgt nach dem ausführlichen Gespräch mittels spezieller Analysetücher, die der Kundin vor dem Spiegel umgelegt werden. Im Spiegel kann die Kundin genau mitverfolgen, wie ihr Gesicht die einzelnen Farben reflektiert und welche Wirkung damit erzielt werden kann. Das Austesten der Farben vor dem Spiegel ist gleichsam eine Begegnung mit sich selbst und kann großen Eindruck hinterlassen. Die Analyse endet mit der Bekanntgabe des Farbtyps durch die Beraterin.

Am Ende der Farbberatung steht das Nachgespräch. Die Beraterin bespricht das Ergebnis mit der Kundin und erläutert, wie die Kundin ihre neugewonnenen Kenntnisse am besten für sich nutzen kann. Der persönliche Farbenpass oder -fächer sollte in einer guten Beratung enthalten sein.

Ergebnis einer Farbberatung

Die Gründe, warum jemand eine Farbberatung in Anspruch nimmt, sind vielfältig. Sie reichen von der beruflichen Motivation bis zum Wunsch nach einer kleinen Auszeit vom Alltag. Auch Unsicherheit über die passenden Kleiderfarben kann ein Auslöser für die Inanspruchnahme einer Farbberatung sein.

In den etwa zwei Stunden, die eine kompetente Beratung in Anspruch nimmt, stehen Sie ganz im Mittelpunkt. Sie können die ungestörte Beschäftigung mit sich selbst genießen, lernen Ihren Farbtyp kennen und erfahren zusätzlich, welche Farben Ihnen innerhalb Ihrer Palette besonders gut stehen.

Eine interessante Folge der Farbberatung kann die Erkenntnis sein, dass Ihre Farbvorlieben und Ihre Idealfarben übereinstimmen können, aber nicht müssen. Die ganzheitliche Betrachtung Ihrer Farbvorlieben und -abneigungen gibt Ihnen wertvolle Informationen über sich selbst und lässt sich in vielen Bereichen Ihres Lebens sinnvoll einsetzen.

Das Wissen um die Wirkung der Farben können Sie im beruflichen und privaten Bereich gleichermaßen gut anwenden: welche Farben helfen mir als Beobachter im Hintergrund zu bleiben? Welche Farben kann ich einsetzen um dynamisch und durchsetzungsstark zu wirken? Welche Farben wirken positiv im Umgang mit meinem Kind? Die Liste der Möglichkeiten ist lang und wartet nur darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.

Die Befürchtung, dass Sie danach in Ihrer Farbauswahl bei Bekleidung und Make-up eingeschränkt sind, ist unbegründet. Im Gegenteil, denn die Farbberatung zeigt Ihnen einen guten Weg, Farben für Ihre Zwecke einzusetzen, sie zu benützen und mit ihnen zu spielen. Ihr kombiniertes Wissen über Ideal- und Lieblingsfarben erspart Ihnen so manchen Fehlkauf und die Entscheidung, welche Farben Ihnen guttun, liegt immer bei Ihnen. Sinnvoll eingesetzt verhilft Ihnen die Farbberatung zu mehr Freiheit und Sicherheit beim Einkauf. Sie steuern Ihre Wirkung bewusst nach Ihren eigenen Wünschen.