Für Klein und GroßHAUTPFLEGE IN DER KALTEN JAHRESZEIT

Es ist wieder einmal soweit, die Tage werden kürzer, das Wetter wird immer kälter und feuchter. In den Häusern und Wohnungen wird auf Hochtouren geheizt, was unweigerlich zur Austrocknung der Haut führt. Sobald man vor die Türe tritt ist die schon ausgetrocknete Haut dann einem sehr kalten und oft feuchten Wetter ausgesetzt, im Winter nicht selten mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Besonders leiden die Menschen darunter, die von Haus aus eine eher trockene, empfindliche zu Ekzemen neigende Haut haben und natürlich Patienten mit Neurodermitis.

Die Haut des Babys

Auch die Haut von Babys ist hier sensibler. Die Haut im Babyalter entspricht zwar schon weitgehend der des Erwachsenen, der Zusammenhalt der Hautzellen ist aber noch nicht so kompakt und die Barrierefunktion noch nicht so robust wie im höheren Alter, wodurch sie stärker auf äußere Reize reagiert. Verstärkt wird diese Empfindlichkeit noch durch die Tatsache, dass Babys bis zum ersten Lebensjahr noch keine entsprechende Talgproduktion aufweisen. Als Resultat ist die Haut des Kindes trocken, jedoch geschmeidig und durch ihren Zellreichtum prall.

Wie kann man nun dem übermäßigen Austrocknen der Haut vorbeugen?

Erstens sollte man zu Hause ein möglichst gutes Mikroklima schaffen, das heißt man sollte die trockene Luft innerhalb der eigenen vier Wände zum Beispiel mit Luftbefeuchtern mit einem entsprechenden Feuchtigkeitsgrad anreichern. Auf eine sorgfältige hygienische Wartung der Geräte ist allerdings zu achten. Besonders günstige klimatische Bedingungen bieten hier Passivhäuser. Neben der Optimierung der Umgebungssituation ist natürlich, um das Austrocknen der Haut zu verhindern, die ausreichende Pflege der Haut selbst anzustreben.

Ausreichend Trinken

Erwachsene, Kinder und Babys sollten zu-allererst ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser, Babymilch oder Fruchtsäften zu sich nehmen, um das entsprechende Wasser auch im Körper zur Verfügung zu haben. Zusätzlich ist eine ausgewogene Ernährung reich an Vitaminen, Faserstoffen, Eiweiß und Spurenelementen wichtig für den Aufbau einer gesunden Hautbarriere.

Richtige Körperpflege

Erwachsene sollten maximal einmal pro Tag duschen. Wenn möglich sollten nur PH-neutrale rückfettende Duschöle oder überhaupt nur Badeöle zum Einreiben der Haut verwendet werden. Ganzkörperbäder sollten maximal ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden, auch sollte man hier nicht mit dem Zusatz von Badeölen sparen. Stark aufschäumende Badezusätze sind zu meiden, da sie selten PH-neutral sind und ähnlich wie Seifen die Austrocknung der Haut fördern. Für Babys gilt es umso mehr von Seiten der Körperreinigung Zurückhaltung zu üben. Sie sollten maximal zweimal pro Woche gebadet werden, auch hier ohne Anwendung von Seifen, sondern nur unter Verwendung von reichlich Badeöl. Die Badedauer selbst ist mit 3 bis 10 Minuten ausreichend.

Richtige Creme verwenden

Erwachsene und Babys benötigen in dieser Phase gleichermaßen Pflege. Die hier zur Anwendung kommenden Pflegesalben haben die Aufgabe den Feuchtigkeitsgehalt der Haut und damit die Widerstandskraft zu verbessern. Dies bedeutet aber nicht, dass Salben mit einem hohen Wassergehalt verwendet werden sollten, um die fehlenden Wasserspeicher wieder aufzufüllen. Solche Salben oder Cremen hätten einen ganz und gar gegenteiligen Effekt. Das in den Cremen enthaltene Wasser würde nämlich nur kurzfristig das Wasserangebot in der Haut erhöhen und rasch unter Mitnahme eines Teils des gebundenen Wassers wieder verdampfen. Es würde also zu einem völlig unerwünschten Effekt kommen und sich die Trockenheit der Haut noch erhöhen.

Auf die Inhaltsstoffe achten

Grundlage moderner Pflegeprodukte ist also nicht Wasser sondern eine Kombination aus fettenden Substanzen und quellenden Zusatzstoffen. Essentielle Stoffe in modernen Pfle-geprodukten sind so genannte Befeuchtungsmittel wie zum Beispiel Glycerin, Milchsäure oder Harnstoff, die das Wasser in der Haut binden und die Vitalität und Plastizität der Hautzellen erhöhen. Abdeckende (okklusive) Substanzen wie Mineralöl oder Dimethicon, um nur zwei zu nennen, hinterlassen hingegen einen Film an der Haut und verhindern so das vermehrte Abdunsten des Wassers aus der Haut. Schließlich sind weich machende Stoffe (Emollients) wie Lipide oder Öle (Sonnenblumenöl, Glycerol Stearate) Basis aller Pflegeprodukte. Sie machen die Haut weich und verbessern die Reparaturmechanismen der Hautbarriere.

Solch moderne Pflegesubstanzen sollten zur Pflege der Haut mindestens einmal pro Tag verwendet werden. Bei sehr trockener Haut oder Neurodermitis ist sogar die zweimalige Anwendung zu empfehlen. Welche Produkte hier die für Sie am besten geeigneten sind, erfahren Sie bei Ihrem Hautarzt, wobei nicht immer nur die teuersten Produkte gut sein müssen. Für Babys oder Kleinkinder gilt hier dasselbe wie für Erwachsene, allerdings sollten gewisse Zusatzstoffe wie Harnstoff nur in begrenztem Ausmaß den Pflegesalben zugefügt sein. Vermeiden Sie Produkte mit Mineralölen und Paraffinen! Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Pflegeprodukten mit natürlichen Inhaltsstoffen, die bevorzugt zu verwenden sind.

Kälteschutz und Sonnenschutz

Besonders empfindlich auf Kältereize reagiert hier die Haut des Babys. Ein intensiver Kältereiz unter Umständen in Kombination mit Wind kann zu Hautschäden und zum Untergang von unter der Haut liegendem Fettgewebe führen. Letzterer ist ausgesprochen schmerzhaft und kann nur schwer behandelt werden. Daher sollte bei sehr kalten unwirtlichen Umweltbedingungen gänzlich auf wasserhältige Pflegeprodukte verzichtet werden und sogenannte Kälteschutzcremen verwendet werden. Diese Cremen haben einen niedrigen Wasseranteil und einen hohen Lipidanteil. Sie können auch für raue und sehr pflegebedürftige Haut angewendet werden. Sie bilden einen nicht gefrierenden Biofilm in der Haut der vor Erfrierungen schützen kann. Da das Gesicht auch anderen äußeren Einflüssen, wie Sonnenlicht ausgesetzt ist, macht es Sinn, je nach Empfindlichkeit Pflegeprodukte mit Sonnenschutzfaktor einzusetzen.

Die Windelregion

Weil die Windelregion Ihres Babys häufig gereinigt werden muss, kann es hier schnell zu Hautreizungen kommen. Bei jedem Windelwechsel muss die Haut gesäubert werden. Dabei werden Stuhlreste zunächst abgewischt, anhaftende Stuhlreste werden am einfachsten mit Babyöl, Babyfeuchtuch oder warmem Wasser entfernt.

Der Windelbereich sollte vor allem bei Mädchen immer von vorne nach hinten gereinigt werden, um ein Verschmieren von Stuhl in den Bereich der Harnröhre und Scheide zu vermeiden. Durch die häufige Reinigung und die damit verbundene Reibung kann es verstärkt zu Reizungen kommen. Mit einem sanften Pflegeöl/Babyfeuchttuch kann dem schon während des Reinigens vorgebeugt werden.

Nach dem Säubern wird der Windelbereich getrocknet. Probieren Sie dies einmal mit einem nicht zu heißen Föhn, manche Babys mögen dies ganz besonders. Anschließend kann man eine zinkoxidhaltige Creme zum Schutz der Haut verwenden. Diese bildet einen Film auf der Haut, der die aufgenommene Feuchtigkeit bewahrt und gleichzeitig vor Nässe und Wundwerden schützt.

Autor: ​Prim. Univ.-Lektor DDr. Peter Voitl, MBA