Tragen in der kalten JahreszeitHILFREICHE TIPPS

Es herbstelt bereits und der Winter klopft langsam an die Türe. Kalter Wind und Schneefall sind dann angesagt. Das bedeutet aber nicht, dass die Tragezeit für dich und dein Baby vorbei ist. Im Gegenteil, da beginnt es erst richtig kuschelig zu werden. Und damit es auch kuschelig bleibt, habe ich einen Leitfaden für das Tragen in der kalten Jahreszeit für dich.

Kuschelig und warm soll es bleiben

Natürlich kannst du eine XXL Jacke, die Jacke deines Partners oder auch die des Opas verwenden, damit du und dein Kind beim Gehen nicht friert. Oder du wickelst eine Kuscheldecke um dein Kind, auch das ist möglich. Kenne ich alles und habe ich alles auch selbst probiert, aber keine der Optionen ist das gelbe vom Ei, denn irgendwie zieht es immer, rutscht runter oder kann nicht gut befestigt werden. Wenn es regnet kann man einen Regenschirm in die Trage einspannen und mit dem Zipp der Jacke fixieren. Ich habe mir da auch bereits allerlei Sachen einfallen lassen und weiß, dass es einfachere Methoden gibt, die richtig genial durchdacht sind. Denn Tragen soll dir auch in der kälteren Jahreszeit Spaß machen.

Mantel, Jacke & Co

Was für Möglichkeiten hast du um dich Wind- und Wetterfest zu machen? Immerhin will man nicht aussehen wie ein Sack und trotzdem auf das Tragen mit Tuch oder Trage-hilfe nicht verzichten.

Von Tragejacke und Tragemantel über -Trageweste bis hin zu Tragepulli

Was haben Tragejacke/Tragemantel meistens bereits im Paket dabei? Damit du deine Jacke schon in der Schwangerschaft nutzen kannst, gibt es den Schwangereneinsatz. Ist dein Kind dann da, wechselst du zum Babyeinsatz. Abhängig vom Modell kannst du den Babyeinsatz vorne und sogar am Rücken einzippen. Einige Modelle haben oft schon eine eigene Kapuze für das Kind dabei. Mein persönlicher Favorit und super praktisch fürs Rückentragen von größeren Kindern, sind die Tragejacken mit zusätzlicher Einzippmöglichkeit am Rücken. Das Tolle an diesen Allroundern ist, dass ihr unter der gleichen „Haut“ steckt. Ihr wärmt euch gegenseitig und du spürst wie es deinem Baby geht. Ist ihm zu warm oder zu kalt? Du kannst umgehend darauf reagieren. Ein großer Vorteil.

Trageeinsatz/Tragecover

Möchtest du dir keine Tragejacke leisten, dann bieten Tragecover oder Trageeinsätze eine preiswertere Alternative. Beim Tragecover wird eine Hülle um dein Kind gelegt und je nach Modell mit oder ohne Bänder an deinem Körper oder der Trage/dem Tuch befestigt.

Der Trageeinsatz kann je nach Modell an eine deiner Jacken oder an alle deiner Jacken angebracht werden – je nach Hersteller. Deine Jacke wird um den Platz erweitert, den du und dein Kind benötigen.

Bitte achte darauf, dass der Einsatz aus ähnlich warmem Material besteht. So kannst du gleiche Temperaturverhältnisse für euch gewährleisten. Ist er das nicht, dann behalte im Hinterkopf deinem Kind eine zusätzliche Schicht anzuziehen.

Wer stellt diese hilfreichen Teile eigentlich her? Damit du einen Überblick hast habe ich hier ein paar Hersteller für dich:

Mamalila, Cocoome, Didymos, Suseskinder, Hoppediz, Liliputi, Kumja, Peekaru, Parelou, LennyLamb, MaMIdea, Nanawear, und da gibt es noch viele mehr.

Und wie warm soll‘s nun wirklich sein?

Viele Mamas fragen mich, wie sie nun ihr Kind im Winter eigentlich anziehen sollen. Schicht für Schicht, der Temperatur entsprechend angepasst. Ist dir das zu wenig Info? Hier noch ein paar extra Punkte, die du beim Tragen im Winter beachten solltest.

Gerade für die Übergangszeiten ist es manchmal gar nicht so leicht herauszufinden wie viele Schichten du und dein Kind benötigen. Nicht zu warm und nicht zu kalt! Da ist so ein kleiner Leitfaden gar nicht so schlecht!

Berücksichtige auf jeden Fall, dass Kopf, Hände und Füße schnell auskühlen! Auch der Rücken muss warm eingepackt sein da hier die Fettschicht nicht all zu dick ist und der kühle Wind gerade beim Bauchtragen der Kälte exponiert ist.

Bist du und dein Kind unter dem gleichen Mantel, dann überleg mal was du alles brauchst damit DIR warm ist.

  • Vergiss nicht: Tragetuch oder Tragehilfe ersetzen eine Kleidungsschicht!
  • Erste Schicht – die Unterwäsche (-Leggings, Strumpfhose, Langarmshirt oder Body).
  • Zweite Schicht – unsere Kleidung (Shirt/Sweater, Hose, Strampler).
  • Dritte Schicht – Tragehilfe oder -Tragetuch.
  • Zu guter Letzt – Alles was aus Trage-hilfe/Tragetuch hinausschaut verträgt eine „Hülle“.
  • Der Kopf sollte mit einer Haube bzw. Schalhaube, die über die Ohren geht, bedeckt werden.
    Das Gesicht kannst du eventuell mit einer Creme einfetten, um so die dünne Haut deines Babys zu schützen.
  • Für den Hals ein kleiner Schal, ein „Buff“ – ideal ist ein Schlauchschal oder ein Dreieckstuch.
  • Die Hände bekommen Handschuhe oder die umklappbaren Bündchen zum Schutz.
  • Stulpen für die Beine.
  • Babyschuhe oder Stiefel, dicke Socken oder sogenannte Booties für die Füße.

Ältere Babys, die aus der Trage mit dem Oberkörper gerne rausschauen, benötigen eine zusätzliche Schicht für den Oberkörper.

Bläst der Wind und hat es bittere Minusgrade, dann kannst du deinem Kind nach eigenem Ermessen zusätzlich einen dünnen Overall anziehen. Achte darauf, dass es nicht überhitzt! Du und dein Baby, ihr beide gebt Wärme ab!

Trägst du dein Kind außerhalb deiner Jacke, dann ziehe es entsprechend an und vergiss nicht: es bewegt sich nicht so wie du beim Gehen.

In der kalten Jahreszeit kann es rutschig werden. Achte darauf, dass du dir gutes Schuhwerk zulegst, um trittsicher zu sein. Spikes gibt es nicht nur für Autoreifen.

Ich weiß, immer alles doppelt und dreifach mitschleppen ist auf Dauer nicht lustig. Trotzdem rate ich, Ersatzgewand für euch beide mitzunehmen. Eine zusätzliche Weste, einen Schal oder Handschuhe dabei zu haben lohnt sich, vor allem wenn ihr doch etwas länger draußen bleibt.

Wir haben alle unterschiedliche Ansprüche und Interesse. Du bist vielleicht mehr in der Natur als deine Freundin. Die Nachbarsfamilie geht Bergwandern und der beste Freund mit seiner Familie ist maximal eine Stunde mit den Kindern draußen. Daher gibt es von mir keine konkreten Empfehlungen, weil wir Tragejacke, Tragemantel, Einsatz und Co für unterschiedliche Zwecke benötigen.

Wie entscheide ich dann was ich brauche?

Da habe ich drei Fragen für dich, die dir bei deiner Entscheidung helfen können:

W i e v i e l bin ich mit meinem Kind im Winter unterwegs? Schlendere ich gemütlich eine Stunde im Park herum? Hole ich mir nur frische Semmeln vom Bäcker? Mache ich mit meinem Baby auch im Winter den Spielplatz und Tiergarten unsicher?

Wo bin ich mit meinem Kind im Winter unterwegs? Bin ich in der Stadt oder am Berg?

Sind dir Kälte und Wind egal? Gehst du bei jedem Wetter hinaus? Ist es dir egal, ob es kalt und windig ist?

Meine Devise: Anschauen, Ausprobieren und deiner Notwendigkeit entsprechend entscheiden.

Ansonsten, kann ich nur sagen: Auf die Plätze, fertig und viel Spaß mit deinem Tragegadget im Winter!

Wenn noch Fragen offen sind findest du mich unter www.grossekleinewunder.at

Autorin: Mag. (FH) Petra Etzelstorfer