Warum sagte mir das niemand?5 DINGE DIE ICH GERNE VORHER GEWUSST HÄTTE

Es gibt Dinge, die liest du als werdende Mama überall: bereite dich auf Schlafentzug und auf weniger Zweisamkeit mit deinem Partner vor. Es werden von allen Seiten Ratschläge eingebracht, wie es denn so sein wird, wenn sich der Bauch wölbt, was sich alles verändert und worauf du dich freuen darfst wenn der Zwerg dann endlich da ist. Und dann gibt es Fakten, über die fällst du einfach drüber, wenn es soweit ist. Über die sagt dir niemand vorher auch nur ein Sterbenswörtchen. Du bist aber klar im Vorteil, wenn du sie schon vorher weißt. Schließlich möchte man sich auf Neues vorbereiten können. Hier die Bestenliste von mamaFIT Gründerin Dr. Iris Floimayr-Dichtl. Sie ist selber zweifache Mama und war auch nicht auf alles vorbereitet.

Deine Beine und Füße werden größer

Durch die Schwangerschaftshormone lockert sich das Gewebe, damit die Gebärmutter wachsen kann. Je grösser das Kind wird, desto schwerer drückt es im Becken auf Lymphgefäße und Venen. Das Blut aus den Füßen kann daher langsamer zum Herzen fließen und es kommt zum Rückstau. Als Folge tritt mehr Wasser aus dem Blut ins Gewebe und lagert sich da ein. Es kann sein, dass du Unterschenkel wie ein Elefant bekommst. Außerdem führt das zusätzliche Gewicht zum Durchdrücken des Quer- und Längsgewölbe der Füße. Sie werden daher flacher, breiter und auch länger. Dieser Zustand beginnt in der Regel gegen Ende der Schwangerschaft und ist temporär. Allerdings kam es schon vor, dass die Änderung permanent geblieben ist und frau sich endlich neue Schuhe kaufen konnte.

Tipp: Was hier hilft ist viel Barfußgehen und die Fußmuskeln zu trainieren, damit die stabilisierenden Fußgewölbe nach der Geburt wieder aufgebaut werden. Viel Bewegung an der frischen Luft, Spazierengehen und damit den Blutrückfluss anregen und die Fußmuskeln fit halten. Oder Bewegung im Wasser, denn der Wasserdruck, der in der Tiefe an den Beinen wirkt, führt automatisch zu einem verbesserten Blutrückfluss und die Füße sind damit im tiefen Wasser komplett entlastet.

Der Stress mit dem Übertragen

Ab dem Zeitpunkt wenn der Geburtstermin erreicht ist, und dein Kind sich bis dahin noch nicht auf den Weg gemacht hat, weißt du, was mit dem Begriff Telefonterror gemeint ist. Als Mama SSW 40+ ist es besser das klingelnde Handy nur mehr sehr selektiv zur Hand zu nehmen, oder sich einen -Standardantwortenfragekatalog zurechtzu-legen. Denn es kann bei längerer Dauer über den errechneten Entbindungstermin recht nervig werden immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten. Mittlerweile weiß man, dass eine Abweichung +/– 14 Tage vom voraussichtlichen Geburtstermin noch immer im Rahmen ist und man in diesem Zeitfenster weder von Frühgeburt noch von Übertragung reden, weil es einfach im physiolo-gischen Rahmen ist, der eben eine große individuelle Bandbreite hat.

Tipp: Verrate den errechneten Geburtstermin NICHT, sondern nenne nur ein vages Zeitfenster. Und auch für dich selber: lieber drauf einstellen, dass es ein wenig länger dauern könnte – zumindest wird man am Ende nicht ungeduldig…. Das nimmt enorm viel Stress weg, wenn es deinem Baby doch ein bisserl länger in deinem Bauch gefallen sollte.

Das Märchen vom rosig süßen Baby

Gleich vorweg, ein Neugeborenes schaut nicht süß aus. Es ist zerknautscht und -schrumpelig.

Es hat ziemlich sicher einen etwas verformten Kopf von den vielen Stunden im Geburtskanal, ist blutverschmiert, runzlig und schleimig und es hat faltige Hände wie dein Opa. Was auch sein kann ist eine ungewohnte Gesichtsfarbe, manchmal ziemlich blau oder dunkelrot – sprich: es sieht aus wie eine Mischung aus einem altem Menschen in Miniaturformat und einem Alien. Jetzt die gute Nachricht: der Hormonflush wird bewirken, dass du das in dem Moment nicht so wie eben beschrieben empfindest oder siehst, denn für dich als Mama wird es das wunderschönste Baby sein, das jemals das Licht der Welt erblickt hat!

Das Baby schreit

Alle Babys weinen manchmal. Das ist völlig normal. Selbst kerngesunde Neugeborene weinen zwischen einer und drei Stunden am Tag. Die Tonart und Schreiqualität kann dabei sehr unterschiedlich sein. Dieses Verhalten ist keine Kritik an dir als Mama! Es stimmt auch nicht, dass ein glückliches Kind nicht schreit. Wichtig zu wissen ist für dich als Jungmama: Diese Form der Kommunikation ist die einzige, die dein Baby bis dato kennt. Es kann nichts für sich selbst tun und verlässt sich darauf, dass du als Mama dich um alles kümmerst, wenn es ein Bedürfnis hat. Wenn es sich also nach Essen, Wärme, Geborgenheit, deinem Geruch sehnt, dann weint es, weil sich das Baby nur auf diesem Weg mitteilen kann.

Anfangs wird es noch schwierig sein, beurteilen zu können, was dein Baby möchte. Aber mit der Zeit wirst du am Schreien heraushören können, um welche der einzelnen Bedürfnisse es sich handelt. Denn es gibt sowas wie eine „Schreisprache“. Wenn dein Baby älter ist, findet es auch neue Wege der Kommunikation, indem es lächelt, Augen-kontakt herstellt und andere Geräusche macht. All das wird dazu führen, dass dein Baby weniger weint.

Tipp: Was kannst du tun, wenn du mit deinem Latein am Ende bist?

  • Meist hilft es schon das Baby in den Arm zu nehmen, sich mit ihm sanft schaukelnd zu bewegen, und ihm mit ruhiger Stimme zureden oder etwas vorzusingen.
  • Was dir als Erwachsene gut tut, mögen auch Babies: versuche es mit einem warmen Bad oder einer Massage. Streiche dabei deinem Baby ruhig mit einem -Babyöl über seinen Rücken, Bauch, Beinchen, Händchen und Gesicht. Es gibt dazu auch spezielle Babymassagekurse, in denen man beruhigende Massagetechniken lernen kann.
  • Verändere deine Haltung beim Füttern. Besonders bei Babies, die unter Koliken leiden ist eine aufrechtere Fütterposition hilfreich. Nach dem Füttern unbedingt aufstoßen lassen. Dabei das Kind am besten an die Schulter lehnen und leicht auf den Rücken klopfen, bis der berühmte „-Minirülpser“ kommt.
  • Babies lieben es zu saugen, weil sie sich damit selber schon im Babybauch beruhigt haben. Manche Neugeborene haben einen sehr starken Saug-Reflex und sie saugen an -allem, was nur in die Nähe ihres -Mundes kommt. Sie regulieren mit dem beruhigenden -Saugen ihren Puls, die Bauchdecke entspannt sich und damit -fühlen sie sich wieder wohl. -Somit ist das Saugen für Babies nicht nur zur Nahrungsaufnahme wichtig, sondern stellt auch ein wesentliches Element der Selbstregulation und damit zur Entspannung dar. Ein relaxtes Baby entspannt letztendlich auch die Eltern.

Du bist nicht mehr ganz dicht

Das Thema Inkontinenz kommt in der Schwangerschaft und nach der Geburt immer wieder auf den Plan. Zunächst drückt in der Frühschwangerschaft die Gebärmutter auf die Blase, wodurch die Schwangere ständig zur Toilette gehen muss. Später, wenn das Kind ordentlich an Gewicht zugelegt hat, kommt es erneut zu einer unangenehmen Drucksituation nach unten ins kleine Becken und damit auf die Blase. Flottes Marschieren mit großen Schritten oder keine Toilette in der Nähe können da schon mal zu einer ziemlichen Stresssituation ausarten. Unmittelbar nach der Geburt fühlt sich der Beckenboden für kurze Zeit sehr taub, gefühllos und superweit an. In der Zeit ist nicht an flotte, große oder weite Schritte zu denken.

Tipp: Gut beraten sind in dem Zusammenhang alle Schwangeren, die sich bereits in der Schwangerschaft mit Beckenbodentraining auseinandersetzen und hineinspüren, wie es sich ansteuern lässt. Das beugt nicht nur Inkontinenz während der Schwangerschaft vor, sondern erleichtert während der Geburt das Loslassen und Weitwerden. Zudem führt es dazu, nach der Geburt rascher wieder ein gutes Gespür für den Beckenboden zu bekommen. Diese Muskeln muss man sowohl stark als auch ausdauernd machen, damit sie einerseits über einen längeren Zeitraum und andererseits auch in heftigeren kurzfristigen Belastungssituationen (wie z.B. Husten, Niesen, Lachen) zuverlässig herhalten und ihre Stabilisationsaufgabe erfüllen.

Es gibt dazu ganz viele geburts-vorbereitende und rückbildungsorientierte Trainingsangebote wie z.B. Pilates, Yoga oder mamaFIT. Dort kann fleißig mittrainiert werden und der Beckenboden wird dabei auch im Zusammenhang mit seinen unterstützenden Muskeln (Gesäß, Bauch und Rücken), angesprochen. Du lernst dabei auch, wie du in Alltagssituationen deinen Beckenboden gut unterstützen kannst.

Schwangere, Neomamas und Neopapas, die Beckenboden stärken, die Fußmuskeln stärken, das Gleichgewicht trainieren, sich entspannen und an der frischen Luft fit halten wollen, kommen zum mamaFIT Training. Dort trainierst du mit speziell sportwissenschaftlich ausgebildeten Trainerinnen sowohl in der Schwangerschaft als auch nach der Geburt. Es gibt bei mamaFIT mittlerweile eine breite Palette an sportlichen Angeboten an der frischen Luft, bei denen du mit Baby im Bauch, im Kinderwagen oder in der Tragehilfe trainieren kannst. Zusätzlich sind immer auch deine Kindern und deine Begleitpersonen (Papa, Oma, Opa, -Freundin,…) herzlich willkommen mit zu trainieren. Denn mit mamaFIT kommt die ganze Familie in Bewegung! Ab Herbst gibt’s das beliebte Training auch in großen Teilen Österreichs. Nähere Infos gibt’s unter www.mamafit.at

Autorin: Dr. Iris Floimayr-Dichtl