Wichtig für Mutter und KindRichtig essen während der Stillzeit

Gleich nach der Geburt das Baby erstmals anzulegen, seine Haut auf sich zu spüren, die ersten Versuche zu verfolgen, die Brustwarze der Mama zu finden – diese Momente lösen in vielen Frauen pure Glücksgefühle aus. Spätestens von diesem Zeitpunkt an ist es aber auch wichtig zu wissen, was man dem Baby an Nährstoffen über die Muttermilch mitgibt. Die Ernährung der Mutter ist die Basis für die Gesundheit des Kindes. Nur dadurch wird sicher gestellt, dass das Baby mit genügend Energie, Vitaminen und Nährstoffen versorgt wird. Doch auch wenn sich ab der Geburt alles nur noch um das Baby dreht, sollte sich jede frisch gebackene Mama immer auch um sich selbst kümmern. Schlaflose Nächte, Hormonumstellungen, all das powert aus und oft hat man vielleicht keine Kraft mehr, sich auch noch in die Küche zu begeben und etwas Gesundes zu kochen. Doch der Aufwand macht sich bezahlt! Die richtigen Energielieferanten machen die Mutter ausdauernder, ruhiger und geben dem Baby damit wertvolle Eigen-schaften mit ins Leben. Denn die Wissenschaft weiß heute, dass sich Geschmacksvorlieben und Essverhalten des Kindes bereits in der Schwangerschaft und der Stillzeit manifestieren.

Erhöhter Energiebedarf

Moderne Untersuchungen bestätigen, dass eine stillende Mutter grundsätzlich weder bestimmte Nahrungsmittel meiden, noch extra zu sich nehmen muss.

„Es reicht, wenn sie von allem, was sie gerne mag, ein bisschen mehr isst. Vorausgesetzt, die Mutter ernährt sich gesund.“, meint Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer, Ernährungswissenschaftlerin AGES. Und weiter: „Wenn man sich vielseitig ernährt, ist alles enthalten, was man braucht.“

Der Energiebedarf während der Stillzeit verdoppelt sich zwar nicht, wie oft behauptet wird, allerdings sollten stillende Frauen – abhängig vom Stillverhalten – dennoch 300 bis 600 kcal täglich mehr zu sich nehmen. In jedem Falle hat sich der Körper der Mutter in der Schwangerschaft bestens darauf vorbereitet – die Fettpölsterchen dienen jetzt als Energielieferanten. Dadurch nehmen manche Frauen in der Stillzeit auch rasant ab. Aber keine Panik wenn das bei Ihnen nicht so ist – jeder Körper reagiert individuell!

Der perfekte Speiseplan

Eine ausgewogene Ernährung garantiert, dass es der Mutter an nichts fehlt. Das bedeutet: Ab jetzt sollten viel Obst und Gemüse, ausreichend Getreideprodukte und Kartoffeln, mäßig Fleisch und Milchprodukte, sowie wenig Fett und Süßigkeiten auf dem Speiseplan stehen.

Die Milch wird auf jeden Fall immer so produziert, dass das Baby bestens versorgt ist: Eiweiß, Laktose und Immunstoffe gelangen automatisch in ausreichender Menge in die Milch. Ebenso Kalzium, Eisen, Zink und Kupfer. Stillende Mütter können durch ihre Nahrung aber den Gehalt an hochwertigen Fetten beeinflussen und durch ihren Speiseplan sicher-stellen, dass genügend Mineralien, Jod, Fluor, Mangan, Selen und Vitamine in den Körper des Babys gelangen.

Ein perfekter Speiseplan für Mama und Kind könnte demnach so aussehen: Müsli mit Früchten (z.B. Himbeeren) als Start in den Tag, Tomaten-Mozzarella-Pasta zu Mittag, ein Stück Obst als Nachspeise, am Nachmittag Banane mit Mandel-Honig-Soße, abends Putengeschnet-zeltes mit Reis und buntem Salat.

Die AGES hat im Zuge ihres bundesweiten Projekts „Richtig Essen von Anfang an“ eine Broschüre mit leckeren, leicht herzustellenden Rezepten herausgebracht. Dort erfährt man auch, welche Lebensmittel man eher meiden sollte: Vorsicht bei fettreichen Fischarten wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt oder Hecht. Sie weisen häufig höhere Gehalte an Methylquecksilber auf. Es ist daher ratsam während der Stillzeit darauf zu verzichten. Seefisch hingegen ist ein perfekter Lieferant der hochwertigen und wichtigen Omega-3-Fettsäure DHA.

Finger Weg!

Ein paar Tassen Kaffee, dazu ein, zwei Zigaretten oder ein guter Wein? Stillende Mütter mögen bitte darauf verzichten! Die giftigen Substanzen dieser Genüsse gehen nämlich direkt in die Muttermilch über. Sie beeinflussen die Produktion und Zusammensetzung der Muttermilch und wirken sich in jedem Falle auf das Baby aus. So kann etwa Alkohol das Schlafverhalten des Säuglings be-einträchtigen. Unruhige Babys können auch bei koffein- oder teeinhaltigen Getränken empfindlich reagieren.

In Maßen getrunken, also ein bis zwei Tassen Kaffee oder etwa vier Tassen Tee pro Tag, verursachen meist keine Probleme. Problematisch sind hingegen auch geringe Mengen Alkohol, denn er geht innerhalb einer Stunde in die Muttermilch über und braucht mehrere Stunden, bis er vom mütterlichen Stoffwechsel wieder abgebaut wird. So ist etwa ein Glas Bier nach zwei bis drei Stunden, ein Glas Schnaps aber erst nach etwa einem halben Tag aus dem mütterlichen Körper gebannt. In der Zwischenzeit gelangen die Giftstoffe aber weiterhin ungehindert in die Muttermilch.

Was Mamas allerdings in großen Mengen konsumieren sollten, ist Wasser und Kräutertee. Stillen ist extrem flüssigkeitsentziehend. Trinken Sie daher bei jedem Stillvorgang selbst auch gleich ein Glas!

Wer ohnedies schon lange mit dem Rauchen aufhören wollte, hat in der Schwangerschaft eine gute Gelegenheit dazu. Viele Gründe sprechen für eine Nikotinabstinenz auch während der Stillzeit. Denn die giftigen Inhaltsstoffe der Zigarette gelangen hochkonzentriert in die Muttermilch. Dadurch wird der Prolaktinspiegel der Mutter gesenkt, es kommt zu einer geringeren Milchbildung und zu Nervosität. All diese Beeinrächtigungen übertragen sich letztlich auf das Baby – es bekommt weniger Milch, nimmt langsamer zu und ist meist unruhiger als Babys von Nichtraucherinnen.

Lust auf gesunde Rezepte?

Interessierte können diese von der Homepage der AGES unter www.richtigessenvonanfangan.at downloaden oder telefonisch bestellen: 0810 81 81 64.